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Der Palast der Republik wurde 1976 in der Hauptstadt der DDR eröffnet und 2006-08 in der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland abgerissen.

Warum also der Titel »Der Palast der Republik ist Gegenwart«, wenn das Gebäude doch zerstört ist? Weil die Fragen, die der Bau, der Betrieb und der Abriss des Palasts aufwarfen, weiterhin viele Menschen bewegen.

Der Palast der Republik wirkt offenbar als Projektionsfläche für Gefühle des Verlustes und der Unterdrückung in der deutsch-deutschen Gesellschaft. Die Stiftung Humboldt Forum nimmt den Palast der Republik zum Anlass, diese zu erforschen und zu diskutieren.
Sie steht in einer besonderen Verantwortung, da das Humboldt Forum just an der Stelle steht, wo einst der Palast stand. Und vielfach als bundesrepublikanischer (Gegen-)Entwurf staatlicher Repräsentation verstanden wird.

Programm

Unser Programm hat 2021 mit Community Building begonnen und trat mit dem Themenwochenende »Hin und Weg« am 31.04./01.05.2022 in das Licht der Öffentlichkeit.

Höhepunkt der Programmarbeit wird eine große Sonderausstellung sein, die im Mai 2024 eröffnet und die vielfältigen Perspektiven auf das Themenfeld Palast der Republik aus der mehrjährigen Programmarbeit zusammenfassend erfahrbar macht. Eine zentrale Rolle spielt für uns das Teilprojekt »Erinnerungsarbeit im Humboldt Forum«.

Im Programmzeitraum 2022-2024 nähern wir uns dem Themenfeld chronologisch. Wir befassen uns

· mit der Entstehung und Nutzung des Palasts zwischen 1973 und 1989,

· mit der Umbruchzeit 1989/90, als der Palast kurzzeitig zu einem Zentrum demokratischen Lebens wurde

· mit der langjährigen Debatte um die Zukunft des Ortes und der Zwischennutzung bis zum Abriss 2008

· und mit dem heutigen Erinnerungsort und den aktuellen Diskussionen um den Ort, in denen der Palast immer noch eine lebendige Rolle spielt.

Das alles findet in einer Fülle von Formaten und Medien statt: Führungen stellen Objekte aus der Geschichte des Palasts der Republik vor, geben Einblicke in Arbeitsprozesse und Hintergründe und erzählen persönliche Geschichten. Veranstaltungen und Performances, Installationen und Aufrufe, Gesprächscafés und Publikationen binden die Öffentlichkeit und Zeitzeug*innen ein und geben Gelegenheit, die verschiedenen Facetten des Palasts der Republik kennenzulernen.

Und der Blog vernetzt alle diese Aktivitäten anschaulich und auch für diejenigen erlebbar, die nicht vor Ort sein können.